Der Untergang Roms
Wenn Sie heute einen Rentner fragen, warum es früher besser war, wird er Ihnen antworten, dass damals mehr Seriosität den Alltag beherrschte. Sie werden sich auch anhören müssen, dass gerade an dieser Spaßgesellschaft das römische Reich zugrunde ging. Aber nur Nachteile kann das doch auch nicht haben. Oder?
Schlagen wir den Bogen zu Computerspielen: Die Nostalgiker unter Ihnen holen jetzt bitte Age of Empires 1 und Anno 1602 aus dem Regal. Einmal kurz den Staub von der Hülle pusten...fertig? Wunderbar. Wenn Sie nun die beiden Teile kurz anspielen, drängen sich Ihnen bestimmt einige Fragen auf. Etwa die Frage, warum alles so ernst scheint. Wo verstecken sich denn die lockeren Dialoge, die den KI-Gegnern ein Gesicht geben? Und überhaupt: Warum haben die Gegner nicht einmal ein Gesicht? Klar, es wird von einem dunklen Weinrot oder einem lästigen Pfläumchenblau kaschiert. Die finstere Steinzeit ist geprägt von Kämpfen mit der Keule. Allein einige Cheats bringen etwas Heiterkeit ins Spiel, allerdings sind die schon wieder zu skurril. Denn wer will mit einer Proll-Karre Keulenkämpfer abschießen?
Wesentlich moderner dagegen ist der neueste Teil der Age of Empires-Serie. Dort wird sich mit der Machete ein Weg durch den Wald der Seriosität geschlagen. Dieser Wald wird sogar regelrecht abgeholzt. Denn hier sind allein schon die Farben deutlich heller und freundlicher. Dennoch bewahrt das Spiel ein gewisses Maß an Ernst. Die Einheiten und Gebäude sehen nicht etwa wie Spielzeuge aus oder wirken kindlich – ein eindeutiger Fortschritt.
Zum Spiel für die Insel: Anno 1602 ist vielleicht der einstige König unter den Aufbauspielen, doch der ist längst entthront, und zwar von Anno 1701. Wo zuvor wieder namenlose Computer-Reiche die Inseln besiedelt haben, winseln jetzt sympathische Kontrahenten um Gnade, wenn sie wieder einmal wegen Ihres unablässigen Feuers unter der Knute stehen – oder Sie werden von ihnen in die Knie gezwungen. Die Farbpalette ist selbstverständlich auch hier um ein ganzes Stück reicher geworden. Alles wirkt drolliger, vielleicht sogar kindgerechter. Trotzdem kommen auch alteingesessene Strategen auf ihre Kosten.
Auch andere Plattformen nutzen diesen Trend der lockeren Atmosphäre in Spielen. Viele Leute mögen halt lieber etwas Leichtes für gelegentlichen Instant-Spaß als harte Strategie, bei der unter drei Stunden Spielzeit nichts läuft. Paradebeispiel ist Nintendos Wii. Wer die knuffigen Miis länger als zwei Stunden sieht, wie sie Golfbälle auf dem virtuellen Rasen hin- und her-, oder ihren Gegenüber beim Boxen verdreschen, dreht am Rad, keine Frage. Sie sind eher schnelle Lückenfüller zwischen der Arbeit und dem Sport. Wer um 6 Uhr abends heimkommt und eine Stunde später mit Tennisschläger und Sportschuhen auf dem Platz steht, fährt vermutlich lieber ein flottes Rennen gegen Mario, als dass er in stundenlanger Kleinarbeit winzige Reiche großzieht und ganze Weltmeere erobert.
Zugegeben sind solche Spiele wie Mario Galaxy oder Wii Sports nette Möglichkeiten des Zeitvertreibs, aber möchte man deswegen auf Strategie-Platzhirsche wie Rome verzichten? Die kleinen, meist kurzen, wenig komplexen Spiele für transportable Konsolen sind ein Sinnbild für die Hatz-Gesellschaft, die es immerzu eilig hat. Eventuell werden sie traditionelle Computerspiele in den Tod treiben. Also geht auch hier wieder ein römisches Reich an der Spaßgesellschaft zugrunde – wenngleich es nur ein virtuelles Rom ist. Vielleicht stößt das der Spieleindustrie irgendwann einmal sauer auf. Dann können Sie dem Rentner von vorhin einen Arm auf die Schulter legen und sagen: „Ja, früher war es seriös, aber besser...“
Schlagen wir den Bogen zu Computerspielen: Die Nostalgiker unter Ihnen holen jetzt bitte Age of Empires 1 und Anno 1602 aus dem Regal. Einmal kurz den Staub von der Hülle pusten...fertig? Wunderbar. Wenn Sie nun die beiden Teile kurz anspielen, drängen sich Ihnen bestimmt einige Fragen auf. Etwa die Frage, warum alles so ernst scheint. Wo verstecken sich denn die lockeren Dialoge, die den KI-Gegnern ein Gesicht geben? Und überhaupt: Warum haben die Gegner nicht einmal ein Gesicht? Klar, es wird von einem dunklen Weinrot oder einem lästigen Pfläumchenblau kaschiert. Die finstere Steinzeit ist geprägt von Kämpfen mit der Keule. Allein einige Cheats bringen etwas Heiterkeit ins Spiel, allerdings sind die schon wieder zu skurril. Denn wer will mit einer Proll-Karre Keulenkämpfer abschießen?
Wesentlich moderner dagegen ist der neueste Teil der Age of Empires-Serie. Dort wird sich mit der Machete ein Weg durch den Wald der Seriosität geschlagen. Dieser Wald wird sogar regelrecht abgeholzt. Denn hier sind allein schon die Farben deutlich heller und freundlicher. Dennoch bewahrt das Spiel ein gewisses Maß an Ernst. Die Einheiten und Gebäude sehen nicht etwa wie Spielzeuge aus oder wirken kindlich – ein eindeutiger Fortschritt.
Zum Spiel für die Insel: Anno 1602 ist vielleicht der einstige König unter den Aufbauspielen, doch der ist längst entthront, und zwar von Anno 1701. Wo zuvor wieder namenlose Computer-Reiche die Inseln besiedelt haben, winseln jetzt sympathische Kontrahenten um Gnade, wenn sie wieder einmal wegen Ihres unablässigen Feuers unter der Knute stehen – oder Sie werden von ihnen in die Knie gezwungen. Die Farbpalette ist selbstverständlich auch hier um ein ganzes Stück reicher geworden. Alles wirkt drolliger, vielleicht sogar kindgerechter. Trotzdem kommen auch alteingesessene Strategen auf ihre Kosten.
Auch andere Plattformen nutzen diesen Trend der lockeren Atmosphäre in Spielen. Viele Leute mögen halt lieber etwas Leichtes für gelegentlichen Instant-Spaß als harte Strategie, bei der unter drei Stunden Spielzeit nichts läuft. Paradebeispiel ist Nintendos Wii. Wer die knuffigen Miis länger als zwei Stunden sieht, wie sie Golfbälle auf dem virtuellen Rasen hin- und her-, oder ihren Gegenüber beim Boxen verdreschen, dreht am Rad, keine Frage. Sie sind eher schnelle Lückenfüller zwischen der Arbeit und dem Sport. Wer um 6 Uhr abends heimkommt und eine Stunde später mit Tennisschläger und Sportschuhen auf dem Platz steht, fährt vermutlich lieber ein flottes Rennen gegen Mario, als dass er in stundenlanger Kleinarbeit winzige Reiche großzieht und ganze Weltmeere erobert.
Zugegeben sind solche Spiele wie Mario Galaxy oder Wii Sports nette Möglichkeiten des Zeitvertreibs, aber möchte man deswegen auf Strategie-Platzhirsche wie Rome verzichten? Die kleinen, meist kurzen, wenig komplexen Spiele für transportable Konsolen sind ein Sinnbild für die Hatz-Gesellschaft, die es immerzu eilig hat. Eventuell werden sie traditionelle Computerspiele in den Tod treiben. Also geht auch hier wieder ein römisches Reich an der Spaßgesellschaft zugrunde – wenngleich es nur ein virtuelles Rom ist. Vielleicht stößt das der Spieleindustrie irgendwann einmal sauer auf. Dann können Sie dem Rentner von vorhin einen Arm auf die Schulter legen und sagen: „Ja, früher war es seriös, aber besser...“
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