Kuriositätenkabinett

Neuigkeiten aus der Welt der Kuriositäten

Dienstag, 25. Dezember 2007

Single Bells

Was benötigt man, um aus dem besinnlichen Weihnachtsfest ein nervenaufreibendes Fiasko zu veranstalten? Man nehme zwei bis in die Knochen genervte Eltern, einen Sohn, der den ganzen Tag in seiner Hängematte liegt und fernsieht, einen Quälgeist alias Tochter, zwei grundverschiedene Schwiegermütter und natürlich eine Schwester, die Krach mit ihrem Mann hat. Das Ergebnis ist ein grauenhaftes Weihnachten, wie es als Albtraum in den Köpfen der Menschen herumschwirrt. Ebenso trifft es in der Weihnachtssatire Single Bells zusammen.

Kati, die Chefin einer Werbeagentur, verkracht sich mit ihrem Freund Jonas, weil er über Weihnachten nach Mauritius zum Tauchen fahren will, sie aber äußert gerade zu der Zeit ihren Kinderwunsch. Er besäuft sich wutentbrannt, sie fährt kurzerhand aufs Land zu ihrer Schwester. Dort hat sich die Großmutter schon über die Feiertage einquartiert und erzählt von ihrer ach so kärglichen Lebenszeit, in der sie alles nicht halb so gut hatte wie die anderen. Alle sind schon etwas gestresst, was allerdings noch weiterhin geschürt werden kann, und zwar in Form des Festtagsbesuchs der Großmutter mütterlicherseits. Genau dieser Besuch kommt unangekündigt. Diese Großmutter, die Lilibet, ist das exakte Gegenteil der anderen Oma.

So kommt es, wie es kommen muss: Alle stehen sich gegenseitig im Weg, wollen es genau so machen, wie der andere es nie in Erwägung ziehen würde und erwarten ganz nebenbei viel zuviel von Weihnachten. Wo die eine Großmutter das Badezimmer blockiert, macht die andere sich die Küche zu eigen. Währenddessen betrinkt sich die Mutter und zwischendrin findet Lilibet noch die Zeit, die kleine Sissi in der Konditorei im Dorf mit Likör abzufüllen. Die Folge davon sind ein mit Mageninhalt gefüllter Wohnzimmerteppich, eine Ohrfeige und eine brennender Tannenbaum. Wer mehr wissen will, muss heute Abend um 21.45 Uhr den WDR einschalten. Morgen kommt übrigens zur gleichen Zeit am gleichen Ort der Nachfolger von Single Bells, der da O Tannenbaum hieße. Er knüpft geschickt an die herrliche Weihnachtssatire an und klärt noch offene Fragen.

Unter dem Strich ist Single Bells ein sich überaus lohnender Weihnachtsfilm, bei dem wirklich kein Klischee und keine Vorstellung einer Katastrophe zu Weihnachten ausgelassen werden, wobei dennoch keine kitschige Handlung entsteht. Es gibt nahezu keine Stimmungshänger und ein Lacher jagt den nächsten. Aber vielleicht sollten Sie den Film lieber aufnehmen, damit es keine verkorksten Weihnachtstage gibt, weil Sie am 1. Feiertag fernschauen.

Montag, 24. Dezember 2007

Kuriose Weihnachten

Wir wünschen all unseren Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, also etwa zehn bis 20 Leuten. Aber es werden jeden Monat mehr Leser und wir pflegen immer zu sagen: Auch leere Dosen machen Lärm und auch wer hinkt, kommt voran. In diesem Sinne: Haben Sie ein paar schöne Tage, denn wie verkorkste Weihnachten aussehen, werden Sie morgen an dieser Stelle lesen können.

Samstag, 22. Dezember 2007

Herr Kaliban hat Recht

Das unten stehende Bild fand ich im Juni dieses Jahres auf dem Blog von Herrn Lott. Es entstand im Zuge der Sommerpause der Fußballbundesliga. Jetzt, da ja wieder Winterpause ist, geht es mir ganz genauso. Wie Recht er doch hat...


Donnerstag, 20. Dezember 2007

Schnee macht den Frosch

Was mich persönlich überaus erfreut, ist meine Beförderung zum Wetterfrosch vom Dienst, die ich mir durch den ersten Schnee dieses Winters redlich verdient habe. Heute gab es nämlich hier in Nordrhein-Westfalen den ersten Schnee. Das Klima scheint wieder in Ordnung zu sein, nachdem es im letzten Winter nicht einmal Nachtfrost gab, und alle schon die ersten Anzeichen der Klimaerwärmung gespürt haben wollten. Zwar liegt noch nicht der große Schnee auf den Straßen, aber immerhin hat man die ersten Flocken zu Gesicht bekommen. Dazu hat es sogar richtig geschneit, langsam und beschaulich. Kein Wasserschnee. Mit der klirrenden Kälte ist natürlich viel Heizen verbunden, vielleicht ein Wermutstropfen der möglichen weißen Weihnacht, und zwar in Form einer exorbitanten Nachzahlungssumme für die Heizkosten, die im nächsten Jahr ins Haus geflattert kommt. Außerdem bietet sich das Ganze doch bestens an, um mir, Fridolin Frosch, wieder Arbeit zu beschaffen. Nicht nur darüber schreiben kann ich jetzt, sondern auch Schnee schaufeln. Es darf ja schließlich niemand zu Schaden kommen. Aber was schreibe ich hier um den heißen Brei...ahem...den kalten Brei herum. Als Frosch muss ich doch den Winter in irgendeiner warmen Erdhöhle oder in einem bequemen Laubhaufen verbringen...

Samstag, 15. Dezember 2007

Housten, we have a Tannenbaum!

Es steht Weihnachten vor der Tür!
Keine Angst, ihr braucht jetzt nicht zur Tür rennen, denn es ist erst in ein paar Tagen soweit.
Und so langsam kommt die Zeit, wo man sich einen Tannenbaum besorgen muss, denn wir brauchen ja was schönes und vor allem dreckmachendes, was in unseren Wohnzimmern stehen muss. Ich wünsche euch viel Spass beim Dekorieren.
Ich hoffe der sieht ungefähr so aus und nicht so.

Und benutzt Lampen, sonst passiert sowas.

Außerdem habe ich mal was vorbereitet, dass uns die Zeit auf Weihnachten ein wenig verkürzt.

Leise rieselt der Schnee
ich sitz vor dem PC
es ist warm,
gemütlich und nett
ich bin grad beim Kuriositätenkabinett.
__

Leise rieselt der Schnee
was ich aufm
Bildschirm seh:
ich wurd gegrüsst
und mehr
ich lieb das Kuriositätenkabinett sehr.

Wenn das mal nicht schöne Gedichte sind.

Montag, 10. Dezember 2007

An Tagen wie diesen...

...wünscht man sich, im Bett geblieben zu sein. War aber nicht so. Gestern zumindest. Eigentlich verlief alles ganz gut, bis dann der Abend kam. Fangen wir anders an: Wozu ist ein Lüfter da? Zum Lüften, ganz richtig, damit etwa die Grafikkarte nicht überhitzt. So war es aber gestern Abend bei mir. Mit einem Mal machten sich lauter kleine Striche auf meinem Bildschirm breit und bildeten sogar ein richtiges Muster. Meine Laune sank in den Keller, ebendorthin ging ich dann, um einen Schraubenzieher zu holen, um den Rechner aufzumachen. Ein fieses Kabel-Konglomerat versperrte den Grafikkartenlüfter. Die Folge: Die Grafikkarte überhitzte, der Rechner ging nicht mehr an, weil irgendein Wärmesensor meldete, es sei zu heiß.

Angekommen in der Küche - ich musste die Zeit des Abkühlens überbrücken -, packte ich in die Hosentasche, wo, es musste ja so sein, ein Schokoladenstück über Stunden verweilt hatte. Es war natürlich geschmolzen, verklebte meine Hand nebst Geld, was ich auch in der Tasche hatte. Ich musste mit Mordslaune - man verstehe dies in seiner negativen Bedeutung - Geldwäsche betreiben. Hoffentlich werde ich nicht angezeigt. Heute geht es eigentlich schon wieder genauso weiter, wie es gestern aufgehört hat. Ich bin verdammt müde. Wäre ich heute früh doch nur liegen geblieben...

Samstag, 8. Dezember 2007

Putzfimmel to the Putzteufel to the Putzberserker

Ich dachte immer, ich wäre ein Chaot, wie er im Buche steht. Wenn ich so einen Blick auf meinen Schreibtisch werfe, dann stimmt das auch erst mal. Da sammelt sich schon einiges an. Leere Wasserflaschen stehen direkt neben den verbeulten Safttüten, die wiederum finden sich inmitten Massen an Kuchenkrümeln und Tortentellern wieder. Gut, so extrem ist es auch nicht. Aber die Wasserflaschen stehen hier wirklich haufenweise herum. Der Rest des Zimmers ist aber ganz ordentlich. Das könnte daran liegen, dass man mit zunehmendem Alter mehr Wert auf Sauberkeit legt.

Werfen wir doch einmal einen Blick in die Vergangenheit. Etwa zehn Jahre. Da gab es ja noch das Spielzimmer mit etlichen Sachen wie Playmobil, Gummitieren, Eisenbahnen, Rennbahnen, gesäumt von geschätzten 30 Millionen Legosteinen. Da herrschte noch das totale Chaos, als wäre ein Auto mit Tempo 200 dadurch gesaust. Wenn es dann mal wieder „Aufräumen“ hieß, wie von oben angeordnet wurde, dann nahm man sich eine Stunde Zeit und stopfte alles mit größter Akribie in Kisten oder hinter das Regal. Wenn auch das schon nicht mehr ging, weil die Kisten schon wegen des ganzen Zinnobers zum Bersten gefüllt waren, nahm man sich eine große Decke und legte sie über alles Spielsachen, die man erst mal nicht mehr brauchte und bezeichnete es als Bude.

Etwa fünf Jahre später nimmt man sich dann vor, einmal im Monat sauber zu machen. Man putzt hier ein wenig Staub, saugt da ein paar Krümel weg. So weit ist man immerhin schon. Allerdings hält die Motivation dazu auch keine sechs Monate an und es entwickelt sich wieder in Richtung Spielzimmer. Wenn man jedoch Glück hat, hält man den guten Vorsatz, monatlich Ordnung zu machen.

Mit 16 stellt man sich dann Topfblumen auf die Fensterbänke, richtet penibel die ollen Zeitschriften von 2004 im Regal aus, sortiert Heft-DVDs in kleine Hüllen, die es früher immer am Weltspartag gab, schüttelt eventuell sogar täglich sein Bett auf. Bei mir ist es mittlerweile sogar schon so weit, dass ich laut eines Tests auf 1live.de nicht WG-tauglich wäre, da ich im Zweifel wegen meines Steckenpferdes, des Putzens, zum Putzberserker mutieren würde. Das ist mir neu, zumal doch so viele Wasserflaschen auf meinem Tisch stehen.

Samstag, 1. Dezember 2007

Die Ärzte - Jazz ist anders

Haben Sie schon einmal eine Pizza bestellt? Bestimmt. Aber egal, wie Ihre Pizzen bis jetzt waren, die folgende stellt alles bisher Gehabte in den Schatten, nämlich das neue Album der Ärzte Jazz ist anders. Eine Pizza und Musik? Sehr wohl, das passt bestens zusammen. Kaufen Sie sich das Album, so erhalten Sie einen schmucken kleinen Pizzakarton, gefüllt mit einer CD, die wie jene italienische Speise bedruckt ist, nebst einer Mini-CD, die mit dem Aussehen einer Tomate versehen wurde. Das 20. Studioalbum an sich bietet 16 Titel, die Bonus-EP spielt drei inhaltlich zusammenhängende Songs ab.

Doch wie erklärt sich der so große Erfolg der Ärzte? Wie folgt: Die drei Berliner sagten nämlich beim Radiosender 1Live, sie würden umso besser und erfolgreicher, je egaler es ihnen ist. Damit sind wir auch schon mitten auf dem Album. Denn das Lied vom Scheitern besagt eben dies, und zwar, dass man immer dann am besten ist, wenn es einem eigentlich egal ist. Das trifft die Aussage der drei im Kern. Daran wird wieder einmal deutlich, dass sie voll hinter dem stehen, was sie singen. So etwa schrieben sie das Lied Tu das nicht. Darin singt, sagen wir schreit Schlagzeuger Bela B., man solle ihm nicht das Herz brechen, indem man illegal Musik herunterlädt, man ansonsten ins Gefängnis komme. Das Ganze kommt dabei auf eine leicht ironische, nicht zu anbiedernde Weise herüber. Zum Schluss des Liedes kommt ein kurz gesprochenes „Ich sag schon mal danke im Voraus“.

Auf der Bonus-EP befinden sich drei Titel mit den Namen Wir sind die Besten, Wir waren die Besten und Wir sind die Lustigsten. Jeder der drei Ärzte singt dabei einen Song. Im ersten loben sie sich - wieder ironisch wirkend - über den grünen Klee. Im folgenden Lied blicken sie etwa 50 Jahre in die Zukunft und gleichzeitig auf ihren heutigen Erfolg zurück, im letzten der drei Titel bezeichnen sie sich selbst als das Witzimperium. Obwohl diese EP nur beiliegt, ist es alles andere als eine simple Dreingabe. Wer allerdings mehr darüber wissen möchte, muss sich das ca. 15 Euro teure Werk schon selbst kaufen, und sollte es aus zwei Gründen nicht illegal aus dem Internet herunterladen. Zum einen ist das Album sein Geld wert, zum anderen wollen wir doch alle nicht Herrn B. das Herz brechen.

Am Ende des Albums wartet ein Titel namens Vorbei ist vorbei auf Sie. Natürlich geht es um das Leben, vielleicht noch eher das Ableben, und dass es doch am wichtigsten ist, glücklich im Leben gewesen zu sein. Das Letzte, was in diesem Lied zu hören ist, sind die Worte: „Wenn's vorbei ist, ist's vorbei.“ Es kommt zudem sehr abrupt und der Titel ist zu Ende. Und genau da knüpfe ich jetzt an...