Kuriositätenkabinett

Neuigkeiten aus der Welt der Kuriositäten

Dienstag, 31. Juli 2007

Wer will denn das wissen?

Neulich stieß ich beim Stöbern auf ein Buch, das Fragen à la: "Kann man den Tod verhindern, wenn man in einem herunterstürzenden Aufzug kurz vor dem Aufprall hochspringt?", beantworten will. Folgende Problemstellung schoss allerdings den Vogel ab:

"Warum tunkt man einen Keks vor dem Verzehr in heißen Tee oder Kaffee? Und wie kann man verhindern, dass er dabei auseinander fällt?"

Tja, ehrlich gesagt, muss man ihn doch erst gar nicht in heiße Getränke eintauchen, den Keks. Womit das Problem doch gelöst wäre. Jedoch wurde diese Frage explizit behandelt:

"Forscher der University of Bristol haben herausgefunden, dass das Tunken von Keksen in heiße Flüssigkeit den Geschmack des Gebäcks besser zur Geltung bringt: Das Aroma ist bis zu zehnmal intensiver als beim Trockenessen. Der Keks zerfällt, weil sich der Zucker in ihm auflöst, der die Stärkebröckchen zusammenhält."

Damit wäre dann geklärt, wieso man den Keks auf Tauchstation schickt. Nun für die Mathematiker unter uns Folgendes:

"Dieser Vorgang wurde bereits in einer Formel festgehalten: Der durchschnittliche Porendurchmesser des Kekses ist gleich der vierfachen Viskosität des Tees, multipliziert mit der quadratischen Höhendifferenz des Tees beim Tunken, geteilt durch die Oberflächenspannung des Tees und multipliziert mit der Zeitdauer des Tunkens."

Wer das versteht und sogar imstande ist, es einem Mathematik-Laien wie mir beizubringen, bekommt einen Keks, den er dann auch ohne jegliches Bröseln in seinen Tee tauchen darf. Zu dem unfallfreien Eintauchen muss man allerdings zunächst weiterlesen:

"Um das Zerfallen eines Schokoladenkekses beim Tunken zu vermeiden, empfehlen die Forscher, ihn flach mit der Gebäckseite voran einzutauchen, damit wenigstens die Schokoladenseite - sofern vorhanden - stabil bleibt. Alles andere ist eine Frage von Tauchgeschwindigkeit und -dauer."

Diesen interessanten Artikel gibt es in dem Buch Wer pumpt die Luft in die Paprika zu lesen, das aus dem rororo-Verlag kommt und unter dem Untertitel Die schönsten Fragen der Woche von GEO.de läuft. Wer soll aber schon die Luft in die Paprika gepumpt haben? Die Holländer waren es. Die haben ja auch schließlich das Wasser in die Tomaten gefüllt, ergo müssten die auf ihrem Gebiet kundig sein.

Freitag, 27. Juli 2007

Weißer Mann des Äquators der Wurst

Hier ist ein Tipp für all diejenigen, die sowohl Internet- als auch Sprachlaien sind: So einfach zu bedienen die Internetübersetzungsmaschine bei Google auch sein mag, so schlecht übersetzt sind die Sätze oder gar die Texte, die man in einer anderen Sprache haben will. Als Beweis gibt es hier einige grausig übersetzte Sätze, die vom Deutschen ins Englische, darauf in Italienische, zurück ins Englische und schließlich wieder ins Deutsche umgewandelt wurden:

Vorher: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Nachher: Wer andere eine Wanne gräbt, fällt sogar.

Vorher: Das Runde muss ins Eckige.
Nachher: Rundes Muß im Winkeleisen.

Vorher: Da müssen Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen.
Nachher: Hier Passover und das NATO sie Muß-Fall an einem Tag.

Vorher: Fünf Pfund Rindfleisch ergeben eine gute Suppe, wenn man nicht zuviel Wasser hinzufügt.
Nachher: Ein manzo von den fünf Pfund erregt es ein gutes minestra, wenn man nicht zuviel Wasser addiert.

Vorher: Wie sehen zwei Tausendfüßler aus, die einen Blues tanzen? Wie ein Reißverschluss.
Nachher: Wie zwei millipedi, die sie beobachten, das sie das blueta tanzen? Wie ein Reißverschluß.

Vorher: Das Volk bin ich und ich bin das Volk.
Nachher: Sie sind Leute und Leute, die sie I sind.

Vorher: Weißwurstäquator
Nachher: Weißer Mann des Äquators der Wurst

Bei derlei Verbrechen an den Sprachen grabe ich mir eine Wanne und addiere sie mit Wasser. Anschließend gehe ich eine Runde baden, um die Verzweiflungsfalten aus meiner Haut zu bekommen. Bald gibt es keine leidigen Killerspieldebatten mehr, sondern Diskussionen über Übersetzungsmaschinen-Verbote im Internet, weil jeder Philologe Amok läuft, wenn er oben aufgeführte Sätze liest.

Montag, 23. Juli 2007

Phenomedias Rettung

Unsere erste Umfrage ist abgelaufen. Wir fragten, ob sich der Vertreiber von Casual-Games à la Moorhuhn namens Phenomedia noch retten könne, er vor dem sicheren Aus stehe oder ob man abwarten müsse, was geschieht. Die eindeutige Mehrheit stimmte dafür, dass sich die Jungs aus Bochum noch retten können, und zwar waren es stolze 50%. Die Vertreter der anderen beiden Meinungen hielten sich in etwa die Waage: Diejenigen, die an das sichere Ende glauben, sind insgesamt 22%, Unentschlossene kamen auf 28%. Wir allerdings, die zwei Schreiberlinge - Entschuldigung, ich vergaß Fridolin Frosch - vom Kuriositätenkabinett glauben allerdings nicht mehr an eine Rettung der phenomedia publishing gmbh. Na ja, man wird's sehen.

Sonntag, 22. Juli 2007

9Live und die ganze Gans

Wenn ich mal wieder so richtig gut unterhalten werden möchte, schaue ich keine Comedy, zumal die häufig eher stumpf und zusammenhanglos ist, sondern ich schalte 9Live ein. Okay, vom intellektuellen Anspruch her entspricht dieser Sender auch eher den Teletubbies, diese hingegen sind nicht mal annäherungsweise so lustig wie Deutschlands erster Quizsender. Dort nämlich ist es unglaublich amüsant, wie die Moderatoren den Zuschauer nach allen Regeln der Kunst verhohnepipeln. So nämlich wurde gestern das Rätsel gespielt, bei dem man ein Tier mit dem Buchstaben "Z" nennen sollte, allerdings durfte es nicht am Anfang stehen. Demnach ist ein solches Tier die Gazelle, die kurzerhand auf der Leinwand stand. Dann, Totenstille. Der Hotbutton wurde gestartet (weiß eigentlich jemand, wozu der gut ist?). Kein Anrufer war in der Leitung, so sagte es zumindest der Moderator. Mit anderen Worten: Es waren ganz viele Anrufer in der Leitung, nur sollten noch mehr Leute anrufen, damit 9Live mehr Geld machen kann. Dann wurde der Hotbutton wieder gestartet, obwohl er zuvor nichts bewirkt hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit, zig neuen Runden des Hotbuttons und drei Mittagsschläfen war dann ein Anrufer in der Leitung. Den Namen konnte ich mir leider nicht merken, die Müdigkeit hatte mich arg mitgenommen. Er sagte: "Gans", wobei er natürlich dachte, dass sie am Ende mit "Z" geschrieben werde. Der Moderator konnte darauf nichts antworten, man spürte förmlich, wie er nachdachte, um den Anrufer nicht völlig auszulachen. Als er einen Ausweg aus der misslichen Lage fand, drehte er sich um - er stand zunächst bereit zum Schreiben an der Leinwand, da er davon ausging, dass niemand derartig beschränkt sein kann, etwas Falsches zu antworten - und sagte mit zweifelnder Stimme: "Ich bin ja ein Mensch, der oft Probleme mit der Rechtschreibung hat, aber ich würde jetzt erst mal vom Gefühl her sagen, dass man die Gans mit "S" am Ende schreibt. Wir haben in der Regie aber auch einen Duden, damit wir solche Probleme lösen können." Natürlich schreibt man die Gans mit "S", was der durchschnittliche 9Live-Zuschauer vielleicht aber nicht weiß. Übrigens hat der Moderator mal wieder so getan, als wenn das Spiel nahezu unmöglich wäre, mir indes sind in den ersten fünf Minuten vier Tiere eingefallen, die in dem Spiel zu 400 Euro geführt hätten, und zwar sind dies das Steppenzebra, der Schwarzbär, das Spitzmaulnashorn sowie die Katze, leider bin ich nicht alt genug, um dort anrufen zu dürfen, aber ach, ich wäre sowieso nicht durchgekommen.

Freitag, 20. Juli 2007

"Einem geschenkten Gaul...

...schaut man nicht ins Maul“, besagt ein altes Sprichwort. Will sagen, dass man ein Geschenk annehmen soll, auch wenn es nicht ganz makellos ist. Also halte man sich doch auch bitte daran, zeige man etwas Freude, selbst wenn es erzwungen sein mag, und schweige man den möglichen Ärger in sich hinein. Vielmehr als auf diese Situation will ich eigentlich auf einen anderen Handelsablauf eingehen, und zwar darauf, dass manche keinen beschenken können, ohne danach eine zehnminütige Predigt abzuliefern, warum man gerade das Geschenk ausgesucht hat, in welchen Variationen es das sonst noch gab, dass man eigentlich wisse, dass der Beschenkte das so nicht haben will, sondern als ein anderes Modell...


Nehmen wir an, jemand bekommt eine Halskette geschenkt. Es verstreicht keine Sekunde nach dem Öffnen des Geschenkpapiers, ehe der Schenkende wie ein Wasserfall zu reden beginnt:“Gut, ich wusste nicht genau, ob du eher Süß- oder Salzwasser Zuchtperlen haben wolltest, deswegen habe ich ganz einfach Südsee Zuchtperlen genommen, obwohl ich genau weiß, dass dir die Kette in Cremé, Rosé, Orange und Pink besser gefallen hätte als in einer Kombination aus Pink und Pfauenfedergrün, freilich gab es diese aber nur mit runden bis leicht unrunden Perlen und nicht in der Perlenqualität AA+. Natürlich kann ich die auch noch umtauschen und in zinnoberrotem Farbton bekommen, oder in Azurblau mit der Perlengröße zwischen 7,00 und 8,00 mm.


Was sollen denn immer solche Rechtfertigungen? Wenn man etwas verschenkt, hat man sich doch vorher Gedanken darüber gemacht, inwiefern das Geschenk mit der Person zu tun hat, die man beschenken will. Außerdem heißt es doch so schön: “Geschenke segnen den Schenkenden.“ Normalerweise zählt auch die Geste und dann wird niemand sagen: "Hier komm nimm den Drist mal wieder mit und tausche das um."

Donnerstag, 19. Juli 2007

Trackmania United


Ein großartiges und Erfolge feierndes Spiel geht in die nächste Runde.

Trackmania United verbindet alle bisher erschieenen Trackmania-Teile (Original, Sunrise, Sunrise Extreme, Nations) und verbessert sie auch noch. Da ist Abwechslung vorprogrammiert. Um noch einen draufzusetzen, hat sich Nadeo etwas ganz Besonderes ausgedacht. Einen Webbrowser im Spiel. Das sogenannte Web 2.0 soll es den Spielern ermöglichen, sich Sachen wie Strecken, Autos oder Mods gegen eine kleine Gebühr herunterzuladen (keine Angst, es hört sich schlimmer an, als es in Wahrheit ist, aber dazu später mehr). Aber nicht nur das ist eine Besonderheit im Spiel, nein Trackmania hat noch etwas anderes zu bieten.


Highscore!

Nadeo hat in dem Spiel das berücksichtigt, wofür die Trackmania-Reihe so bekannt ist: Seine Community! Mit dem integriertem Ranglisten-System können sich Spieler in offiziellen Fahrten gegen andere Spieler messen. Und wenn man nicht weiß, wie man eine Strecke meistern soll, hat sich Nadeo auch was einfallen lassen. Der Spieler hat die Möglichkeit, sich Geistfahrer eines beliebigen Spielers für nur fünf Coppers herunterzuladen und gegen diesen Geist zu fahren.


Das ist übrigens eines meiner Rekorde!

Ich hab' kein Geld mehr!
Ja, Sie haben richtig gelesen. In Trackmania United gibt es eine Währung, die sich Coppers nennt. Mit Coppers kann man alles Mögliche machen, wie zum Beispiel die eben schon erwähnten Strecken, Autos oder Mods kaufen oder eine offizielle Zeit starten, um auf die Highscoreplätze zu gelangen, sofern es Ihnen gelingt. Allerdings müssen Sie sich die Coppers ja auch erst mal verdienen. Keine Sorge, auch dafür hat Nadeo gesorgt. Pro Tag, bekommen Sie 50 Coppers zugeschrieben. Damit Sie aber nicht einen Tag warten müssen, gibt es die Möglichkeit sich Strecken im bekannten Trackmania-Editor zu basteln und dann die gebastelte Strecke ins Netz zu stellen, wofür Sie pro Download ungefähr zehn bis 20 Coppers zugeschrieben bekommen.


Fazit

Mein persönliches Fazit lautet, dass Trackmania United jetzt schon das beste Rennspiel dieses Jahres ist. Es setzt neue Maßstäbe in Sachen Community-Unterstützung und Rennspaß. Und der eingebaute Streckeneditor und das neue Web 2.0 machen einfach Spaß. Aber es hat auch Dämpfer, wenn auch nicht so große. Das Coppersystem mit dem „Streckenverkauf“ hat noch einige Mängel und der „Manialink“, also der Webbrowser zeigt auch noch ein paar Schwächen. Ansonsten ist es ein super Rennspiel, wenn nicht eines der besten Rennspiele, die es jemals gab.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Horchet auf...

...wir haben noch zweieinhalb Wochen Ferien.
Und hoffentlich werden sie nicht genauso langweilig, wie die letzten dreieinhalb Wochen Ferien.

Also mein "Highlight" war der Urlaub an der Nordsee in der bescheidenen Stadt Otterndorf. Regen, Regen und auch mal Regen.
Ich weiss nicht, die berauschendsten Sommerferien waren es bis jetzt nicht. Hoffentlich werden die nächsten Ferien besser, oder vielleicht doch noch diese.

Samstag, 14. Juli 2007

Der blanke Hans, Moritz und Ich

Zugegeben sagt die Überschrift nicht allzu viel über den Artikel aus. Geben Sie mir eine Chance, meine Aussage zu konkretisieren. Jeder deutsche Strandurlauber kennt den blanken Hans, der lediglich eine andere Bezeichnung für die raue Nordsee ist. Moritz ist nicht etwa ein Mensch, sondern eine Möwe, eine Sturmmöwe, um genau zu sein. Die beiden verbindet eines, denn Sturmmöwen wie Moritz leben unter anderem auf der Nordseeinsel Amrum, auf der ich dieses Jahr zum zweiten Mal Urlaub gemacht habe. Lesen Sie in Folgendem meine spannenden Geschichten von dort sowie Wissenswertes über die Insel an sich.

Viergeteilt
Entschuldigen Sie diese Überschrift, denn ganz genau genommen hat Amrum nicht vier, sondern nur drei Ortschaften, die da Nebel, Norddorf und Wittdün wären. Allerdings gehört Süddorf zu Nebel, weswegen man je nach Belieben drei oder vier Ortschaften zählen kann. Wie dem auch sei: Ich gebe Ihnen einen Eindruck von dem, wie ich finde, schönsten Örtchen der Insel, Nebel, einem wahrlich entzückenden Kleinod, das da mit seiner Beschaulichkeit lockt. Es bietet einige Sehenswürdigkeiten wie etwa die Mühle, die ein Heimatmuseum beherbergt und im Sommer als Kunstausstellung dient. Sie ist ein sogenannter Erdholländer, was heißt, dass sie im Stil einer typischen holländischen Windmühle gebaut wurde, um die Kappe, also das Dach, zwecks effizienterer Windausnutzung drehen zu können.
Neben der Windmühle findet man in Nebel die um 1200 erbaute St. Clemens-Kirche, die außer den üblichen evangelischen Gottesdiensten auch katholische Messen mit Gastpfarrern feiert – allerdings nur in der Saison.
















Schön, so ein Reetdachhaus, vielleicht ziehe ich im Ruhestand dorthin.

Der Tourismus als Lebensader
Sicherlich ist anzumerken, dass es auf Amrum auch eine Schule gibt, aber trotzdem leben die meisten der rund 2300 Einwohner hauptsächlich vom dortigen Tourismus. In erster Linie verdienen selbstverständlich die Vermieter sowie die Eigentümer der Häuser an den Übernachtungen, deren Zahl sich im Jahre 2005 auf etwa 1,1 Millionen belief, was wiederum 120000 Übernachtungsgästen entspricht. Freilich gibt es dann auch diverse andere Anbieter, die ohne die Ausflügler und Urlauber ihre Brötchen nicht verdienen könnten. Etwa machen die Fähranbieter, die Geschäfte, sämtliche Cafés sowie die Anbieter der Führungen durch Dünen und Häfen nur durch Gäste der Insel Umsatz. Auch mein Geld floss in die Taschen der Insulaner. Ich habe nämlich bei einer Führung durch den Wittdüner Seezeichenhafen teilgenommen, die an sich ein recht spannendes Thema behandelte, nämlich das Auslegen von Bojen, allerdings erstreckte sie sich über einen Zeitraum von zweieinhalb Stunden, die mich locker das Zehnfache davon dünkten – eine Stunde hätte es auch getan. Die Dünenwanderung indes war schon eher amüsant. Die Entstehung der Insel Amrum selbst sowie Wissenswertes über Flora und Fauna hat man in einer rund zweistündigen bündigen Führung erfahren. Übrigens wurde sie von einem Zivildienstleistenden abgehalten. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, angenommen zu werden, nicht besonders groß, aber ein Versuch ist es wert, da man dann für ein Jahr mehr oder weniger Urlaub machen kann. Sogar mit einem kleinen Nebenverdienst.
















Wer zum Wasser gelangen will, muss einen rund 2,5 Kilometer langen
Marsch über die Dünenlandschaft, über der eine bedrohliche Wolken-
decke thront, in Kauf nehmen.

Moritz, die Möwe und Konsorten
So, nun endlich zu den Tieren der Insel. Bedingt durch das raue Klima der Nordsee, können auf Amrum nur Lebewesen beheimatet sein, die in der Lage sind, dem Wetter zu trotzen. Daher trifft man dort nur auf kleine Säugetiere wie etwa Hasen, Igel und Mäuse. Und was wäre ein Nordseeinsel ohne Seelebewesen? Natürlich gibt es auf den Sandbänken von Amrum auch Seehunde und Kegelrobben, die man mit Glück auf See antreffen kann. Bei der Abreise hat sich dieses Jahr ein junger Seehund ins Hafenbecken verirrt. Vielleicht hat er sich auch nur durch die Strömung dorthin treiben lassen, um etwas Futter zu erhaschen. Jedenfalls leben auch weiter draußen Schweinswale, von denen ich allerdings noch keinen zu Gesicht bekommen habe. An der rauen See halten sich bekanntermaßen auch viele Vögel auf. In erster Linie sind dies Enten und Möwen, womit wir bei der Geschichte mit Moritz wären. Er ist, wie gesagt, eine Sturmmöwe. Wie Sturmmöwen so sind, fressen sie alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Wenn man ihnen Mäusespeck vor die Füße wirft, ist er im Nu aufgefressen. Auch ein paar feurige Chilichips verschmäht so eine Sturmmöwe als kleinen Imbiss nicht. Im nächsten Jahr besuche ich die Insel wieder und dann wird sich zeigen, ob Moritz mich noch erkennt, und ob er dann auch immer noch so gefräßig ist.
















Der gefräßige Moritz, eine Sturmmöwe, verschmäht auch feurige
Pepperoni-Chips als kleinen Imbiss nicht.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Das Phänomen Phenomedia

Die heutige phenomedia publishing gmbh zählt zu den erfolgreichsten deutschen Entwicklern mit der Ausrichtung auf interaktive Unterhaltungssoftware. Nach eigenen Angaben haben sie sich darauf spezialisiert, individuelle Charaktere wie das allseits bekannte Moorhuhn, den aufreißerischen Sven Bømwøllen, der einer Tätigkeit im liegenden Gewerbe nachgeht, und der Moorfrosch, der für Nostalgiker als Nachfolger des vom C64 bekannten Spiels Frogger gilt, zu kreieren. Das Spielespektrum reicht dabei von der Schildkröte Kröt, welche die Welt vor außerirdischen Monstern rettet, über die Platzhirsche der Entwickler Gothic 1 und Gothic 2, bis hin zu Leisure Suit Larry, und bietet bislang 61 Titel, die mit dem Versprechen intuitiver Bedienung und rascher Erfolgserlebnisse sowohl junge als auch alte Gelegenheitsspieler vor den Bildschirm zu locken. Aufgrund der Erfolge, die mit den Casual-Games schnell verzeichnet werden konnten, blieben die bizarren Charaktere nicht nur auf dem Computer im Büro zu Hause, sondern eroberten mit der Zeit auch die PlayStation im Wohnzimmer und waren unterwegs auf dem GameBoy und später auf dem Handy immer zwecks kurzweiligen Vergnügens dabei. Neben den bereits bekannten Charakteren, denen jeweils mehrere Spiele gewidmet wurden, arbeiteten die Entwickler der phenomedia publishing gmbh auch an Umsetzungen diverser Filme wie 7 Zwerge oder (T)Raumschiff Surprise sowie an Computerspielen zu Musik- (Schnappi) und Comic-Lizenzen (Mordillo). Überdies haben sie weitere Titel in der Mache, die in absehbarer Zukunft erscheinen sollen. All den Spielen, ganz gleich, ob mehr oder weniger erfolgreich, setzt phenomedias Maxime den Rahmen:“Großes haben wir geleistet, Großes haben wir noch vor und Großes wird kommen.“.

Es geht bergab
Der scheinbare Erfolg mit den unzählbar vielen vielen Titeln trügt, denn der ehemalige Entwickler Phenomedia, der von Bochum-Wattenscheid aus den Markt mit Casual-Games förmlich zuschmiss, ging bankrott, und auch der daraus entstandene Entwickler phenomedia publishing gmbh hat ernst zu nehmende Probleme. Die Kehrseite des Erfolgs nämlich fing am 1. August 2002 an, an welchem nach einem Finanzskandal das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Bochum eröffnet wurde. Am 1. Juli 2004 wurde dann Phenomedia von einer internationalen Investorengruppe, von denen einer die Software & Services GmbH ak tronic war, neu gegründet, und in phenomedia publishing gmbh umbenannt. Aufgrund der Erfolge mit den Hauptlizenzen Moorhuhn und Sven wurden diese auch in der neuen Firma weitergeführt. Knapp vier Monate später müssen sich sechs Manager erneut vor dem Bochumer Amtsgericht wegen des Vorwurfs des Betrugs, des Insiderhandels, der Erpressung und der Steuerhinterziehung verantworten. Von da an begann dann auch für die neue Firma das Ringen mit dem Aus: 2006 verließen sieben führende Mitarbeiter, die das Moorhuhn und Sven von Anfang an pflegten und entwickelten, das Unternehmen. Im Februar 2007 folgen neun weitere Mitarbeiter dem Weg aus der Firma. Im April 2007 schließlich löste sich die Grafikabteilung der phenomedia punlishing gmbh auf. Zeitgleich wird drei anderen Mitarbeitern gekündigt. Wenn man diese Talfahrt betrachtet, bekommt man Zweifel, ob noch Großes kommen wird.

Dienstag, 10. Juli 2007

We proudly present...

...sowohl das erste Foto als auch das erste Zitat des Monats. Wie unschwer zu erkennen ist, geht es dieses Mal um die Zeit. Was genau die beiden Teile in Verbindung miteinander sagen wollen, muss jeder für sich selbst ausmachen. Angesichts des vielen Regens in letzter Zeit und der momentanen Urlaubszeit kann es sein, dass wir nächsten Monat etwas in der Richtung in Bild und Schrift ausarbeiten werden - man wird es sehen.

Sonntag, 8. Juli 2007

Es schreit nach Degradierung

Fridolin Frosch wurde soeben mit sofortiger Wirkung seines Amtes als Wetterfrosch enthoben, das er bisweilen innehatte, und wird nun zum Wetterglasputzer degradiert. Eine Gehaltskürzung wurde selbstredend auch eingereicht.

Ach ja, ich bin aus dem Urlaub zurückgekehrt und es hat furchtbar viel geregnet und gestürmt (wenn das mal nicht Fridolins Schuld ist). Der Bericht folgt in Kürze. Wie versprochen, haben wir während der Pause über Neuerungen nachgedacht, was uns zu folgendem Ergebnis führte: Es wird ab diesem Monat, der da Juli heißt, zwölfmal im Jahr - also jeden Monat - sowohl ein Foto als auch ein Zitat des Monats geben. Zudem hängen diese beiden hin und wieder zusammen und wollen etwas sagen - aber nur wer nachdenkt, kommt auch darauf. Also, reingeschaut und losgestaunt.