Der Weg der Comicfigur Padman verlief wie eine Achterbahn: Nach dem Start von oben befand sich die Blaunase nach einem bedrohlichen Tief wieder an der Spitze.Die Idee Padman1997, vor rund zehn Jahren, schlug dem Padman seine erste Stunde. Sein Schöpfer ENTE zeichnete bereits vor den Zeiten der Padworld den zu gleichen Teilen tollpatschigen wie schusseligen Maulwurf
Peppl Plattfuß für das Konsolenmagazin
Megafun, dem der Sinn aber nun nach Innovation stand und eine neue Comicserie ins Heft aufnehmen wollte. Daher kreierte ENTE eine Kreuzung aus Schlumpf und Elvis Presley, die er in dem Stil des Schlumpferfinders Peyo zeichnete, da dieser ihm schon geraume Zeit zusagte, jedoch sollte sie als böse Variante erscheinen. Es fehlte nur noch die Namensgebung. Da ließ sich ENTE Folgendes einfallen: er nahm die Wörter
GamePAD und
BatMAN, woraus der Name
Padman hervorging.
Die Umsetzung PadmanNach allen Vorbereitungen, etlichen zerknüllten Stücken Papier und stundenlanger nervenzerreißender, aber auch spaßiger Arbeit erschien ein Jahr später - also 1998 - der erste Comic, in dem der Actionheld Padman sein Unwesen trieb. Allerdings sah der kleine Kerl damals noch nicht so aus wie heute. Auf dem Kopf hatte er einst drei Haarsträhnen anstatt der zuweilen polierten Glatze, sowie ein
X an der Stelle, an dem heute das berühmte Pad-Logo den Gürtel ziert, welches erst im späteren Verlauf der Entwicklung des Padman zustande kam. Überdies strahlte der Anzug in den schrillen Farben Rot, Grün und Gelb auf. Die Brille ähnelte eher einer normalen Sonnebrille. Das erste Werk von ENTE sorgte für positive Reaktionen von Seiten der Leser der
Megafun.
AuszeitEs war klar, dass diese Euphorie nicht auf Dauer anhalten konnte und die Ideen für neue Comics nicht vom Himmel fielen. So machte sich bei dem Padmanerfinder ENTE eine Blockade breit, die es ihm dann unmöglich machte, über einen längeren Zeitraum gesehen immer neue Geschichten des Comichelden ins Leben zu rufen. Nicht nur die Blockade, sondern auch die Überlastung machte ENTE zu schaffen: er zeichnete für acht Magazine gleichzeitig, von denen manche sogar wöchentlich erschienen. Die Folge davon war die Vernachlässigung mancher Comicreihen, zu denen auch die des Padman zählte. Zu dieser Zeit dachte sich der von manchen Leuten
Vater des Padman genannte ENTE die Padmaps aus, die die Grundlage des späteren Spiels darstellten. Es folgte sozusagen eine Umstellung von 2D auf 3D.
Abschied von der BühneVon da an lief es immer schlechter für die Blaunase Padman. Eine schlechte Nachricht jagte die nächste. Erst stoppte die Comicserie aufgrund mangelnder Ideen, dann erschienen immer mehr Konsolenmagazine, die dem
PSG-Magazin, in dem die Abenteuer des Padman zu lesen waren, konkurrierten, und somit die Auflagenzahl sinken ließen. Daraus resultierte schlechte Laune innerhalb der Redaktion. Wo die Redakteure Elvis Presley im Mini-Format weiterhin in ihrem Magazin sehen wollten, stimmte die Chefredaktion aus Kostengründen und aufgrund zu hoher Brutalität für eine Absetzung dessen. Daraufhin verschwand Padman mit der Ausgabe 12/01 aus dem
PSG-Magazin, das kurze Zeit später selbst aufgelöst werden musste.
Padman in neuer FarbeDie alte Idee mit dem blauen Frechdachs wollte nicht mehr richtig funktionieren; etwas Neues musste her. ENTE entschloss sich für eine Rundumerneuerung der Padworld, sodass sie genau seinen Vorstellungen entsprach, indem er neue Recken entwickelte. Alle Pads sahen auf ihre eigene Weise gleichermaßen originell wie innovativ aus, hatten nun aber keinerlei Hang mehr zur Realität, sondern waren vollkommen fiktiv gestaltet. Von nun an gab es Padman und seine Freunde aber nur noch auf dem Computer, genauer gesagt in dem neuen Spiel, das ENTE zu der Zeit mit einigen Kollegen ausarbeitete.
UngewissheitNun erschien zu Beginn des Monats April dieses Jahres, knapp zehn Jahre nach der Entstehung des schlumpfähnlichen Wesens, die Standalone-Version des Computerspiels
World of Padman, das zuvor nur als Modifikation zu
Quake III Arena im Internet herumkursierte. Gleich zu Beginn durften sich die Entwickler einer großen Downloadzahl des fertigen Spiels nebst erster Artikel in bekannten Computerspielemagazinen erfreuen. Die Server waren reichlich mit Fans der Blaunasen gefüllt und auch als LAN-Spiel etablierte sich die Padworld unter Anhängern diser. Ob in naher Zukunft weitere Comics erscheinen, ist ungewiss, da sich ENTE nicht mehr viel damit beschäftigt, was nicht zuletzt an den Arbeiten an
World of Padman liegt. Allerdings schließt er eine Fortsetzung nicht ganz aus; der Anreiz, weiterzumachen, sei da.